Eichrecht in der eMobility

Elektromobilität ist kein Zukunftsthema mehr, sondern jetzt schon eine lohnenswerte Alternative  zu herkömmlichen Verbrennern. Ein Ausbau der Ladeinfrastruktur ist  daher unumgänglich. Die deutschen Verordnungen zum Eichrecht erscheinen dabei auf den ersten Blick eher hinderlich. Tatsächlich stellt das Eichrecht für FahrerInnen aber Transparenz bei Ladevorgängen sicher und ist somit ein Muss, wenn Ladevorgänge rechtswirksam abgerechnet werden sollen.

Was ist eigentlich das Eichrecht?

Das deutsche Mess- und Eichrecht legt unter anderem fest, welche Anforderungen für Messgeräte einzuhalten sind. Damit sollen korrekte Messergebnisse gewährleistet werden. Die Eichordnung ist vor allem dann wichtig, wenn Messungen Grundlage für Rechtsgeschäfte und Bezahlung sind, wie das bei bei Wasser-, Gas-, Wärme- oder Elektrizitätszählern der Fall ist.

An dieser Stelle wird das Eichrecht wichtig für die Elektromobilität. Denn die in Ladestationen verbauten Elektrizitätszähler, müssen eichrechtskonforme Messungen garantieren, um den Stromverbrauch rechtssicher angeben zu können.

Was bedeutet Eichrechtskonformität für die Elektromobilität?

Ursprünglich wurde FahrerInnen beim Laden ihrer Fahrzeuge nicht zwingend ersichtlich zu welchen Konditionen sie bei den jeweiligen AnbieterInnen Strom beziehen können. Auch der tatsächliche Verbrauch und dessen Kosten blieben ein Rätsel bis die Zahlung letztendlich vom Konto abgebucht wurde.

Noch dazu hatten die verschiedenen Betreiber der Ladestationen unterschiedliche Abrechnungsformen. Entweder wurden Pauschalbeträge je Kilowattstunde (kW/h) verrechnet, das aber ohne den eigenen Stromverbrauch der Ladestation abzuziehen,  oder es wurden Cent-Beträge pro Lademinute in Rechnung gestellt. Manche Abrechnungsmodelle haben sogar beides kombiniert.

Das Eichrecht hat das Anbieterchaos beendet und sorgt seitdem für klare Regelungen. Für die Betreiber der Ladestationen heißt das konkret, dass die integrierten Elektrizitätszähler kilowattstunden-genau abrechnen müssen. Für die FahrerInnen von Elektroautos ist somit bereits vor Beginn des Ladevorgangs klar, was ihnen pro kW/h an Storm berechnet wird.

Was bedeutet eichrechtskonformes Laden?

Damit eine Ladestation als eichrechtskonform gilt, muss sie die sogenannte „Baumusterprüfbescheinigung“ des VDE-Institutes vorweisen können. Das bedeutet, dass die integrierten Elektrizitätszähler der Ladestationen den Anforderungen des VDE-Institutes bzw. der Messgeräte-Richtline (Measuring Instruments Directive, MDI) standhalten müssen.

Das Eichrecht sorgt damit hauptsächlich für Transparenz und Verlässlichkeit bei den FahrerInnen. Und für Nachrüstarbeiten bei nicht eichrechtskonformen Ladestationen.Das Gesetz ist 2015 in Kraft getreten, greift aber durch Sonderregelungen und Fristverlängerungen erst seit dem 01. April 2019 vollumfänglich.

Sie planen Ihren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umzurüsten oder wollen Ladevorgänge eichrechtskonform abrechnen?

Wir stehen Ihnen gerne für Fragen und individuelle Lösungen zur Verfügung.

Aktuelle Beiträge

Wie Gewerbeimmobilien von Ladeinfrastruktur profitieren

Lademöglichkeiten in Gewerbeimmobilien bieten eine Vielzahl von Vorteilen für EigentümerInnen, InvestorInnen und NutzerInnen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Mehr
residential building new building

Gebäude für die Elektromobilität vorrüsten und als eMobility ready® zertifizieren

Bei Immobilien ist der Einbau von ausbaufähiger Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge – durch die steigende Nachfrage - mittlerweile zum Qualitätsmerkmal und…

Mehr

Neue Förderung für nicht öffentliche Ladeinfrastruktur in Bayern

Die neue Förderrichtlinie ist im Mai 2022 in Kraft getreten. Sie bezuschusst neben gewerblich genutzten eFlottenfahrzeugen auch das Laden von…

Mehr

THG-Quote – Was ist die Treibhausgasminderungsquote und wie können Betreiber von Ladestationen davon profitieren?

Mit Inkrafttreten einer neuen Verordnung, sind THG-Quoten unmittelbar relevant für eAuto FahrerInnen geworden. Doch wie genau funktioniert die neue Regulierung?…

Mehr

Case Study – RegioGrünStrom

Der Ökostromanbieter RegioGrünStrom hat sich 2021 dafür entschieden, sein Angebot als regionaler Energieversorger durch Lademöglichkeiten für Elektroautos zu ergänzen und…

Mehr

Was ist Ad Hoc Laden?

Wenn bei einer längeren Fahrt mit dem eFahrzeug der Akku unerwartet knapp wird, ist es wichtig, eine nahegelegene Ladestation…

Mehr
Office building

Wieso Elektromobilität im Neubau von Anfang an eingeplant werden sollte

Wohn- und Gewerbeimmobilien werden zunehmend mit Elektromobilität ausgestattet, um die steigende Nachfrage nach Lademöglichkeiten zu decken. In Zukunft wird Elektromobilität…

Mehr

Case Study – DATEV

Der IT-Dienstleister DATEV ist bestrebt, Nachhaltigkeit und Innovation gleichermaßen zu fördern: Die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens zielt auf Klimaneutralität bis…

Mehr
N-ERGIE car park Parkhaus

Maximilian Boss, Geschäftsführer von reev solutions, über die Zusammenarbeit mit dem Schwesterunternehmen reev. 

Für einen schnelleren Ausbau von Ladeinfrastruktur arbeitet der Elektrofachbetrieb reev solutions mit dem Softwareunternehmen reev zusammen, indem sie den Einstieg…

Mehr