Mit dem Elektroauto durch den Winter – Was muss ich wissen?

Winter, Schnee und Elektroautos … Was muss man wissen, um mit dem Elektroauto gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen? Was kann man tun, um die Reichweite im Winter zu optimieren? Und was gibt es sonst noch Interessantes zu wissen? Wir haben einige der wichtigsten Punkte zusammengefasst:

 

  1. Winterreifen

 

Natürlich will jeder die Reichweite seines Elektroautos so weit wie möglich ausdehnen – auch im Winter. Dies sollte allerdings nicht auf Kosten der Sicherheit geschehen, denn auch für Elektroautos gilt: Winterreifen mit der Kennzeichnung „M+S“ und der Schneeflocke auf der Flanke sind Pflicht. Gerade für Elektroautos ist es wegen der schnelleren Beschleunigung wichtig, die richtigen Reifen zu nutzen, um den Halt nicht zu verlieren.

 

  1. Anfahren auf Schnee

 

Elektroautos haben kein herkömmliches Getriebe, wie es in Verbrennern verbaut ist. Denn nicht das Gang- oder Automatikgetriebe, sondern ein extrem breites Drehzahlband, liefert dem Elektromotor seine Kraft. Deswegen ist ein Gangwechsel schlicht unnötig. In einen höheren Gang zu schalten, um das Durchdrehen der Reifen zu verhindern, ist beim Elektroauto also nicht möglich. Aber es gibt eine andere Methode, um die Reifen geringer zu belasten: Der Eco-Modus. Dieser steigert nicht nur die Reichweite, sondern hilft auch dabei, das Rutschen der Reifen durch die schnelle Beschleunigung im Winter zu vermeiden. Im Eco-Modus wird die Kraft, die der Motor auf die Reifen überträgt, verringert und somit die Drehgeschwindigkeit der Reifen beim Anfahren minimiert.

 

  1. Aufladen

 

Nicht nur die Reichweite, sondern auch der Ladeprozess leidet unter den kalten Temperaturen. Denn die Ladeleistung hängt von der tatsächlichen Außentemperatur ab. Das bedeutet: In den kalten Monaten muss mehr Zeit für den Ladevorgang eingeplant werden. Bei Kälte sollte daher, falls möglich, an einem vergleichsweise wärmeren Ort, wie einer Garage, einer Tiefgarage oder auch einem überdachten Parkplatz, geladen werden.

 

  1. Heizung

 

Eine der Hauptursachen für die geringere Reichweite im Winter sind zusätzliche Funktionen des Autos, die mehr Strom benötigen sobald es kalt wird. Dazu gehört neben der Fahrzeugbeleuchtung, die im Winter auf Grund der früheren Dunkelheit mehr genutzt wird, vor allem die Heizung. Sobald Heck- und Frontscheiben, der Innenraum, die Sitze etc. beheizt werden sollen, kann es schnell zu einem sehr hohen Energieaufwand kommen. Vor allem, wenn das Auto am Morgen von Minusgraden auf angenehme 20 Grad aufgeheizt werden soll. Tipp: Schalten Sie während des Ladens schon mal die Heizung ein. So wird die Energie für das Heizen aus dem Stromnetz gezogen und die gesamte Energie des Akkus kann für das Fahren genutzt werden. Zusätzlich ist das Auto schon beim Losfahren schön warm.

 

  1. Reichweite

 

Dass die Batterieleistung in den Wintermonaten sinkt ist nichts Ungewöhnliches. Doch kann sie auch bis zu 50% sinken, wie es oft behauptet wird?

Wie drastisch der Reichweitenverlust im Winter tatsächlich ist, hängt von vielen verschiedenen Punkten ab. So sinkt die Reichweite erheblich, wenn sowohl Front- als auch Heckscheibe, Sitze, Lenkrad und auch noch der gesamte Innenraum beheizt werden müssen. Auch die Fahrzeugbeleuchtung benötigt mehr Energie als im Sommer. Aber ebenso Faktoren wie Fahrweise, Batterietechnik sowie Außentemperatur beeinflussen die Akkuleistung.
Bei älteren Elektroautos kann es durchaus passieren, dass die eigentliche Reichweite um bis zu 50% sinkt, wenn alle zusätzlichen Funktionen bei Kälte bis auf ein Maximum ausgereizt sind. Die meisten neueren Modelle haben allerdings eine Wärmepumpe oder einen Heizstab verbaut, der geringe Mengen Strom in Wärme umwandelt. Beispielsweise mit einem Tesla Model S könnte man bis zu 12 Stunden in einer Vollsperre im Winter stehen und hätte es dennoch immer angenehm warm. In einem Verbrenner dagegen würde die Heizung nach ein paar Stunden keine Leistung mehr erbringen, was bei einer mehrstündigen Sperre zu einer sehr kalten Angelegenheit führen würde.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Motoren von Elektroautos zwar von der Außentemperatur beeinflusst werden, allerdings können ElektroautobesitzerInnen durch das Beachten einiger Punkte auch im Winter ohne Probleme lange Spritztouren unternehmen.

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