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Elektrofahrzeuge sicher laden (2/2): Sicherheit der Software

Intelligenten Ladestationen gehört die Zukunft von Ladeinfrastruktur. Je weiter sich Software-Lösungen in der  eMobility etablieren, desto relevanter wird es, sich mit deren Sicherheitsanforderungen auseinanderzusetzen. Entscheidet man sich als Betreiber für eine Ladelösung mit integriertem Backend, so führt kaum ein Weg daran vorbei, sich auch mit der Sicherheit der Software zu befassen.

Die Wahl der Ladesoftware ist ein entscheidender Punkt für die Sicherheit der Ladeinfrastruktur. Eine intelligente Software ermöglicht die Einhaltung aller Datenschutzverordnungen und die rechtssichere Abwicklung aller Prozesse.

Zudem verbindet sie alle beteiligten Akteure wie Energieversorger, Betreiber der Ladestationen und NutzerInnen miteinander. Das ist wichtig, denn die Abstimmung zwischen allen Beteiligten ist eine Voraussetzung für eine umfassende Sicherheitsstrategie bei jedem Ladeinfrastrukturprojekt.

Deshalb bietet sich besonders bei umfangreichen Projekten eine frühzeitige Beratung von ExpertInnen an. So können die eigenen Anforderungen definiert und die beteiligten Dienstleister beispielsweise mithilfe einer Full Service Ladelösung aufeinander abgestimmt werden.

So wie bei allen IT-Systemen, die sensible Nutzerdaten verwalten, steht auch bei Ladesoftware der Schutz personenbezogener Daten im Mittelpunkt der Sicherheitsanforderungen. Für dessen Schutz und gezielt für die Abwehr von Cyberangriffen ist ein Sicherheitskonzept unumgänglich.

Denn auch Elektrizitätswerke, Autos und Ladestationen sind von diesem Risiko betroffen. Der Sicherheitsstatus muss deshalb regelmäßig überprüft und sorgfältig analysiert werden.  Kontinuierliche Softwareupdate sind eine Möglichkeit, diese Sicherheit herzustellen.

Sicherheit durch Softwareupdates

Softwareupdates sind ein wesentlicher Bestandteil von Sicherheitskonzepten für Ladestationen, da sie potenziell kritische Sicherheitslücken schließen und auch neue Funktionen und Fehlerbehebungen enthalten.

Unterschieden wird zwischen Firmware- und Softwareupdates. Ersteres bezieht sich auf die Ladestationen, also die Hardware. Firmwareupdates werden von den Hardwareherstellern der Ladestationen entwickelt und aktualisieren die Wallbox mit erweiterten Betriebsanweisungen, ohne dass eine Aufrüstung der Hardware erforderlich ist. Softwareupdates beziehen sich auf die installierte Software, die im Hintergrund des Dashboards und der App abläuft.

Bei Updates für die Ladelösung wird zwischen Cloud- und On-premise-Software unterschieden. Handelt es sich um eine Cloud-Software, wird der Prozess der regelmäßigen Updates erheblich vereinfacht, da so genannte Over-the-Air (OTA) Updates möglich sind. Die Cloud-Software wird, im Gegensatz zur On-premise-Software nicht auf dem lokalen Server des Betreibers (CPO) installiert, sondern auf dem Server des Software-Anbieters gehostet. Die NutzerInnen erhalten über eine verschlüsselte Verbindung Zugang.

Im Falle der Ladeinfrastruktur erhält der CPO bei einer Cloud-Software über ein webbasiertes Dashboard oder über eine App Zugang zur Software. Das ist das sogenannte Frontend. Damit interagiert der Betreiber mit dem Backend, der Software der Ladestation.

Das bedeutet, dass alle Updates nahtlos aus der Ferne geschehen und für den Betreiber der Ladelösung keine manuellen Updates notwendig sind – die Software befindet sich immer auf dem aktuellen Stand. Der CPO und die FahrerInnen können so immer von den neuesten Funktionen profitieren.

Fehlerbehebung im Backend

Das Backend überwacht den Status der Ladeinfrastruktur und hilft Fehlfunktionen zu identifizieren, indem es entsprechende Meldungen anzeigt. So können Störungen erkannt und oft remote behoben werden, ohne die Wallbox vor Ort prüfen zu müssen.

Online-Betreiberportale, wie das reev Dashboard, erlauben bei kleineren Störungen sogar die Fehlerbehebung durch den Betreiber selbst.

Finanzielle Transaktionen

Eine Ladesoftware ermöglicht neben der Verwaltung unterschiedlicher Nutzergruppen in den meisten Fällen auch finanzielle Transaktionen sowie eine automatisierte Abrechnung. Dafür wird in der Regel ein Zahlungsdienstleister integriert, der geprüft und vollständig zertifiziert sein muss, um die notwendigen Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Die Abrechnungs- und Bezahlmöglichkeiten unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Um dieses System zu vereinheitlichen, fordert die deutsche Bundesregierung derzeit an allen öffentlichen Ladesäulen die Zahlung per Kreditkarte.

Grundsätzlich gilt: Ladelösungen mit integriertem Software-Backend stellen die Verbindung zwischen verschiedenen Akteuren her und ermöglichen die Verwaltung von sensiblen Nutzerdaten. Daher ist es beim Betrieb einer solchen Ladeinfrastruktur unerlässlich, dass die Sicherheit der Software höchste Priorität hat.

Bislang gibt es noch keine verbindlichen Verordnungen, welche Anforderungen der Betreiber hinsichtlich Cybersicherheit und Softwareupdates erfüllen muss. Erste entsprechende Regelungen für die Automobilbranche sollen 2022 EU-weit eingeführt werden. Generell stellen kontinuierliche Softwareupdates eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit der Ladeinfrastruktur dar.

Betreiber von Ladestationen sollten sich hierzu frühzeitig beraten lassen und je nach Anwendungsfall eine Full Service Ladelösung in Betracht ziehen, bei der die Koordination der Sicherheitsbeteiligten von einem Dienstleister übernommen wird.

 

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