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GEIG 2026: Ladeinfrastruktur-Pflichten für das Elektrohandwerk

GEIG 2026: Was die neue Richtlinie für das Elektrohandwerk bedeutet

Ab Mai 2026 wird die Umsetzung der revidierten EU-Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD – Richtlinie 2024/1275/EU) in deutsches Recht voraussichtlich zu einer Verschärfung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) führen. Die EPBD ist am 28. Mai 2024 in Kraft getreten und sieht vor, dass die Mitgliedstaaten die neuen Vorgaben bis spätestens 29. Mai 2026 in nationales Recht überführen müssen. Zu diesen Vorgaben gehören erweiterte Verpflichtungen zur Ausstattung von Gebäuden mit Elektromobilitäts-Infrastruktur.  

Das GEIG selbst wurde ursprünglich 2021 eingeführt, um Lade- und Leitungsinfrastruktur in Wohn- und Nichtwohngebäuden gesetzlich zu regeln. Es setzt die damalige EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in deutsches Recht um.  

Was bedeutet das für Gebäude und Stellplätze? 

Die aktuellen Vorgaben im GEIG definieren Mindeststandards für Lade- und Leitungsinfrastruktur bei Neubauten und Renovierungen:  

Wohngebäude 
•Neubauten mit mehr als fünf Stellplätzen müssen bereits alle Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur ausstatten.  

 Nichtwohngebäude 
• Neubauten ab sechs Stellplätzen müssen mindestens jeden dritten Stellplatz mit Leitungsinfrastruktur ausstatten und zusätzlich mindestens einen Ladepunkt installieren.  

Renovierungen und Bestandsgebäude 
• Bei größeren Renovierungen gelten ähnliche Quoten, etwa bei Nichtwohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen.  
• Zudem besteht schon heute die Pflicht, bei Nichtwohngebäuden mit mehr als 20 Stellplätzen mindestens einen funktionierenden Ladepunkt einzurichten (ab 1. Januar 2025). 

Die EPBD-Novelle 2024/1275/EU verschärft diese Ansätze: Sie erweitert die verpflichtenden Maßnahmen zur Ladeinfrastruktur, indem sie höhere Quoten und weitergehende Anforderungen an Leitungsinfrastruktur, Datenleitungen und Vorverkabelung vorschlägt, die in das nationale GEIG überführt werden müssen.  

Elektromobilität wächst: Marktdaten belegen steigende Nachfrage 

Die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Fahrzeugen wächst in Deutschland deutlich. Für das Jahr 2025 zeigen aktuelle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts, dass rund 19,1 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Elektroautos (BEV) waren und weitere etwa 10,9 Prozent Plug-in-Hybride, womit etwa 30 Prozent aller Neuzulassungen elektrisch (BEV + PHEV) waren.  

Zudem erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für 2026 einen weiteren deutlichen Anstieg der Neuzulassungen von BEV-Fahrzeugen – von rund 700.000 reinen Elektroautos ist zu lesen – sofern politische Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen greifen.  

Auch die längerfristigen Trends aus Berichten wie dem KfW-Energiewendebarometer 2025 zeigen einen starken Anstieg der Nutzung von Energiewendetechnologien und insbesondere Elektroautos in deutschen Haushalten.  

Konsequenzen für das Elektrohandwerk

Die Novelle des GEIG bedeutet für das Elektrohandwerk nicht nur eine Anpassung an neue Mindeststandards, sondern eröffnet umfangreiche Wachstumschancen: 

Planungskompetenz wird zentral: Ladeinfrastruktur muss bereits in frühen Projektphasen gedacht werden – von der Leitungsinfrastruktur über intelligente Steuerung bis zu Abrechnungsprozessen.Ganzheitliche Lösungen gefragt: Neben klassischen Wallbox-Installationen rücken Themen wie Lastmanagement, Netzintegration, dynamische Tarife stärker in den Fokus. Eine ganzheitliche Softwarelösung wird zum Schlüssel im Energie- und Lademanagement.  

•Regulatorisches Know-how: Elektrobetriebe müssen sich mit einem komplexen Geflecht aus Vorschriften wie GEIG selbst, EU-Regulierung wie der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR), und netzdienlichen Steuerungsanforderungen auseinandersetzen (etwa aus dem Energiewirtschaftsgesetz). 

Die Kombination aus technischer Installation, digitaler Vernetzung und regulatorischer Umsetzung wird für Elektrofachbetriebe zu einem differenzierenden Leistungsmerkmal. 

Energie- und Lademanagementsoftware als Schlüssel für GEIG-konforme Ladeinfrastruktur 

Mit den verschärften Anforderungen des GEIG wird Ladeinfrastruktur zunehmend zu einem integrierten Bestandteil der technischen Gebäudeausstattung. Für Elektrofachbetriebe bedeutet das: Entscheidend ist nicht mehr nur die Installation einzelner Ladepunkte, sondern deren intelligentes Zusammenspiel mit dem vorhandenen Stromanschluss, dem Gebäude und dem Netz. Energie- und Lademanagementsoftware bildet dabei die Grundlage für einen sicheren sowie gleichermaßen kosteneffizienten, skalierbaren und zukunftsfähigen Betrieb. 

Sie ermöglicht die effiziente Verteilung der verfügbaren Leistung, schafft Transparenz über Ladeprozesse und stellt sicher, dass gesetzliche und technische Vorgaben eingehalten werden – sowohl im Neubau als auch im Bestand. Wer Ladeinfrastruktur ganzheitlich denkt, kann Betreiber langfristig begleiten und sich als verlässlicher Partner positionieren. 

Wie sich diese Anforderungen in der Praxis umsetzen lassen und worauf es bei Planung, Auswahl und Betrieb wirklich ankommt, zeigt unser Leitfaden für das Elektrohandwerk. Der Download bündelt alles, was Fachbetriebe zum Thema Ladeinfrastruktur sowie Energie- und Lademanagement wissen müssen – kompakt, praxisnah und mit Blick auf regulatorische Vorgaben. 

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