Checkliste: Installation einer Ladestation

Um Ihr Elektrofahrzeug zügig und sicher zu laden, gibt es einige Grundvoraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Wir haben Ihnen eine Liste zusammengestellt, um Sie perfekt auf die bevorstehende Installation vorzubereiten.

1. Stromanschluss

Die Wallbox oder Ladestation muss über eine eigene Stromleitung angeschlossen werden.  Beachten Sie also, dass keine weiteren Stromverbraucher wie Steckdosen, Waschmaschinen, Licht etc. angeschlossen sind. Wichtig zu beachten ist der sogenannte Gleichzeitigkeitsfaktor. Der Gleichzeitigkeitsfaktor bezieht sich auf die Auslastung der Stromleitung und beträgt maximal 1 bzw. 100%. Er berücksichtigt, dass nicht immer alle Geräte einer Anlage gleichzeitig und mit voller Leistung betrieben werden. Beansprucht ein Geräte 10% der Stromleistung ist der Gleichzeitigkeitsfaktor 0,1. Bei einer Ladestation gilt der Gleichzeitigkeitsfaktor von 1,0. Daher muss die Anschlussleistung der Ladestation 100% vorgehalten werden.

2. Dimensionierung der Stromleitung

Die Stromleitung muss auf die gewünschte Ladeleistung angepasst sein. Daher empfiehlt sich z.B. bei einem Ladestrom von 16 Ampere und höher ein Kabel mit einem Leistungsquerschnitt von mindestens 2,5mm² zu verwenden um einen Kabelbrand zu vermeiden. Um ein Elektroauto mit einer Ladeleistung von 11-22kW (dreiphasig) laden zu können, muss die Zuleitung 5-adrig sein. Sie sollten den Kabelquerschnitt am Besten von kompetenten ElektroinstallateurInnen bestimmen lassen, denn dieser hängt von Faktoren wie Spannungsabfall, Umgebungstemperatur, Leitungslänge und Montageart ab.

Da Elektroautos in der Zukunft über höhere Ladeleistungen und Batteriekapazitäten verfügen werden, bietet es sich an jetzt schon einen dreiphasigen Anschluss vorzubereiten, um entsprechend ausgestattet zu sein.

3. Installation eines Fehlerstromschutzschalter (FI / RCD) 

Sie benötigen bei der Installation Ihrer Ladestation einen Fehlerstromschutzschalter, der vor Stromschlägen schützt. Er muss die gleiche Ladeleistung wie Ihr Elektroauto haben.

Wie funktioniert ein Fehlerstromschutzschalter?

Der FI-Schutzschalter vergleicht den Hin- und Rückstrom zum/vom Elektroauto. Wenn die Ströme nicht mehr übereinstimmen, löst der FI aus und unterbricht den Stromkreis. Manchmal sind solche Fehlerstromschutzschalter bereits in der Ladestation enthalten – falls dies nicht der Fall ist, muss der FI-Schutzschalter angeschlossen werden. Hier gilt ein Gleichzeitigkeitsfaktor von 1,0, der Stromkreis ist also einzeln abgesichert.

Welche Fehlerstromschutzschalter gibt es?

Jede Ladestation muss über einen Fehlerstromschutzschalter vom Typ A verfügen. Diese Art von Schalter ist ein Standard-Schutzschalter und gehört zur alltäglichen Ausstattung einer Elektrofachkraft. Er erfasst lediglich bestimmte Fehlerströme. Manchmal treten während des Ladens glatte Gleichfehlerströme auf. Ist der normale Standard-Schutzschalter nicht in der Lage diese auszuschließen, muss ein DC-Fehlerstromschutz eingebaut werden. Hierfür gibt es verschiedene Optionen:

DC-Fehlerstromsensor / DC-Fehlerstromerkennung:

Um vor Gleichfehlerströmen sicher zu sein, entschließen sich immer mehr Ladestationshersteller dazu, DC-Fehlerstromsensoren einzubauen. Zusätzlich dazu wird noch ein FI Typ A benötigt. Auch wenn Ladestationen mit eingebautem Fehlerstromsensor etwas teurer sind, ist der Gesamtpreis deutlich günstiger – Sie sparen bei der Installation.

FI Typ A EV  ist die beste Variante, wenn nicht schon ein DC-Fehlerstromschutz in der Ladestation verbaut ist. Dieser Schalter ist die günstigere Alternative zum FI Typ B und wurde speziell für die Anforderungen der Elektromobilität entwickelt, d.h. er  reagiert auch auf glatte Gleichfehlerströme.

FI Typ B erkennt alle Arten von Wechsel- und Gleichfehlerströmen und eignet sich daher perfekt für die Installation von Ladestationen.

4. Der Leitungsschutzschalter (LS/CB)

Dieser Schutzschalter, auch LS/CB genannt schützt die Leitung vor Überlastung durch zu hohe Ströme und muss der Ladeleistung des Elektroautos entsprechen. Einziges Manko: Der FI Typ B ist sehr teuer.

Wozu benötige ich einen Leitungsschutzschalter?

Fließt zu viel Strom durch die Leitung, sorgt der Leitungsschutzschalter (LS) auch “Überstromschutzeinrichtung” genannt dafür, dass der Stromkreis unterbrochen wird. So können eine Schäden durch Erwärmung an den Stromleitungen entstehen. Wie beim FI Schalter auch, ist noch ein extra Leitungsschutzschalter für den Stromkreis der Ladestation erforderlich.

Welcher ist der richige Leitungsschutzschalter?

  • Die Auslösecharakteristik C wird von den meisten Herstellern empfohlen
  • Der LS muss entsprechend dem Nennstrom, in dem Fall der gewünschten Ladeleistung, abgestimmt werden. Die Installation sollte dringend von einer kompetenten Elektrofachkraft durchgeführt werden, da es sich um eine Gefahrenquelle handelt. Nur ein(e) ExpertIn weiß, welche bestehenden Normen und Installationsvorschriften eingehalten werden müssen.
  • Der Nennstrom ist die von den elektrischen Geräten aufgenommene Stromstärke. Der Nennstrom des ausgewählten Leitungsschutzschalters darf die Angaben auf dem Typenschild der Ladestation keinesfalls unterschreiten.

5. Genehmigung des Netzbetreibers 

Möchten Sie sich eine Ladestation mit einer Ladeleistung über 12kW anschaffen, ist es notwendig eine Genehmigung Ihres Netzbetreibers einzuholen – entweder persönlich oder durch Ihre(n) Elektrikerin.

Da ein Elektroauto mit einer Ladeleistung von 12kW extrem viel Strom auf einmal aus dem Stromnetz zieht, muss der Netzbetreiber informiert werden, damit es nicht zu Stromausfällen kommt. Der Genehmigungsprozess ist dabei von Netzbetreiber zu Netzbetreiber verschieden.

Sie wollen eine eigene Ladestation installieren?

Wir beraten Sie gerne und stehen für Fragen zur Verfügung.

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