Maximilian Boss, Geschäftsführer von reev solutions, über die Zusammenarbeit mit dem Schwesterunternehmen reev. 

Elektrohandwerksbetrieb und Softwareunternehmen: Vereinte Expertise für Ladeinfrastruktur im Full Service.

Für einen schnelleren Ausbau von Ladeinfrastruktur arbeitet der Elektrofachbetrieb reev solutions mit dem Softwareunternehmen reev zusammen. Mit Sitz in München teilen sich die beiden eMobility Unternehmen ein Büro, wodurch nicht nur eine besondere Atmosphäre entsteht. Auch Synergien können auf einzigartige Weise genutzt werden. Denn die beiden Unternehmen beschreiten in der elektrotechnischen Umsetzung von Ladelösungen neue Wege, indem die elektrotechnischen und softwarebasierten Komponenten von Ladestationen passgenau aufeinander abgestimmt werden. Dadurch werden neue Lösungen für komplexe Ladeinfrastrukturen möglich. Software und Elektrohandwerk als abgestimmte Symbiose – dieses Ziel verfolgen reev und reev solutions seit Ende 2021 durch ihre Zusammenarbeit.  

Das abgestimmte Full Service Konzept: reev solutions übernimmt die technische Planung, Installation und bei Bedarf auch Wartung der Ladestationen. Diese sind mit intelligenter reev Cloud-Software ausgestattet, die die Steuerung der Ladestationen, sowie eine automatisierte Abrechnung der Ladevorgänge nach verschiedenen Nutzergruppen ermöglicht. Der Betrieb ist anschließend sowohl im Eigen- als auch im Fremdbetrieb durch reev möglich.
Egal ob in Unternehmen, der Wohnungswirtschaft, Gastronomie oder Parkhäusern – das Full Service Angebot wurde speziell für komplexe Anwendungsfälle konzipiert.  

reev solutions hat bereits über 600 eMobility-Projekte erfolgreich durchgeführt. Wir haben Maximilian Boss, den Geschäftsführer, gefragt, wie die Zusammenarbeit mit dem Softwarenunternehmen reev genau aussieht und worauf es bei der Installation von Ladestationen ankommt.  

Sie sind Geschäftsführer des Elektrofachbetriebs reev solutions und übernehmen die Installation der Ladestationen. Was gehört alles dazu? 

„Wir beraten die Interessenten ganz nach ihren Anforderungen. Im ersten Gespräch werden Erwartungen und Wünsche geäußert. Danach erstellen wir gemeinsam ein ganzheitliches Konzept, das auch die energetischen Rahmenbedingungen für das Projekt umfasst, damit Betreiber für zukünftige Veränderungen auf dem Energiemarkt gewappnet sind. Im Anschluss installieren wir die Ladeinfrastruktur, konfigurieren die einzelnen Ladestationen und verknüpfen sie mit der reev Software (Warum braucht eine Ladestation ein Backend?). Dem Betreiber steht dann die Online-Ladeplattform, das reev Dashboard, zur Verfügung. Wenn erwünscht übernehmen wir auch die für Betreiber gesetzlich verpflichtende Wartung.“  

Was gilt es bei der Installation von Ladestationen zu beachten?
 
„Wichtig ist vor allem, dass der Anwendungsfall zu 100% verstanden und individuelle Anforderungen in der Planung berücksichtigt werden. Nur so kann die Ladeinfrastruktur bestmöglich genutzt werden. Mögliche Erweiterungen können nachträglich in die geplante Infrastruktur integriert werden. Grundsätzlich empfiehlt sich immer die Installation intelligenter Ladeinfrastruktur. Intelligent gestaltete Ladeinfrastruktur ermöglicht FahrerInnen nicht nur das Laden ihrer Fahrzeuge. Sie ist außerdem in der Lage, die gesamtenergetische Situation im Gebäude positiv zu beeinflussen, indem Lastspitzen vermieden, und tageszeitbedingte tarifliche Unterschiede smart genutzt werden.“ 

Wie kann sichergestellt werden, dass die Ladestationen mit ausreichend Strom versorgt werden? 

„Hierbei  ist es ist wichtig, die elektrische Bestandssituation des Gebäudes zu betrachten und die NutzerInnen, die Fahrzeuge laden möchten, festzulegen. Sicher spielt auch hier wieder der konkrete Anwendungsfall eine wichtige Rolle. Beispielsweise muss unterschieden werden; handelt es sich um eine Situation in der ein eDienstwagen zuhause geladen werden soll, oder um das Laden von Flotten im Unternehmen. Auf Grundlage dessen kann man durch intelligentes, dynamisches Lastmanagement das Stromnetz so ausrichten, dass die Ladeinfrastruktur ohne Leistungserhöhung und mit dem zur Verfügung stehenden Strom auskommt (Was ist Lade- und Lastmanagement?). Die vorhandene Stromleistung wird dann automatisch auf die Anzahl der ladenden Elektroautos verteilt und eine Überlastung des Stromnetzes wird verhindert.“  

Gibt es Gegebenheiten, bei denen eine Installation von Ladestationen ausgeschlossen ist?  

„Die Leistung des vorhandenen Stromnetzes kann ein potenzieller Problemherd bei der Installation von Ladestationen sein. Diese Hürde kann durch Leistungserhöhungen jedoch meist überwunden werden. Bei der Frage nach der generellen Sinnhaftigkeit der Anschaffung von Ladeinfrastruktur spielt eher die Wirtschaftlichkeit als die tatsächliche Machbarkeit eine Rolle. Abgesehen davon freuen wir uns immer über neue Herausforderungen von denen wir heute noch gar nichts wissen.“  

Wieso lohnt es sich, besonders in Neubauten die Elektromobilität gleich von Anfang an mit einzuplanen? 

„Hier gibt es mehrere gute Gründe. Unter anderem schreibt das neue Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) vor, dass Neubauten für Ladeinfrastruktur vorgerüstet werden müssen. Das spart Kosten, die bei einer nachträglichen Integration von Elektromobilität sehr viel höher ausfallen würden. Zweiter elementarer Grund ist, dass bei steigendem Bedarf an Lademöglichkeiten, die vorhandenen elektrischen Anschlussleistungen oft nicht simultan mitwachsen. Dieses Problem kann, wie gesagt, situativ gelöst werden. Um allerdings langfristig stabile und energetisch sinnvolle Systeme aufzubauen, muss ein einheitliches Konzept verfolgt werden. Deshalb ist es sinnvoll die energetischen Anforderungen bei der Planung von Neubauten von Anfang an zu berücksichtigen.“ 

Was macht die Zusammenarbeit zwischen reev und reev solutions aus?   

„Als Elektrofachkräfte beobachten wir, dass Ladesoftware vor allem in Ladeparks mit AC-Ladestationen (AC/DC Laden – Was ist der Unterschied?) von großer Bedeutung ist: Hier muss die Stromleistung zwischen einer zunehmenden Anzahl von NutzerInnen und neuer lokaler Stromerzeugung wie zum Beispiel Photovoltaik intelligent gesteuert werden. Die Lösung dieser Herausforderungen beinhaltet viele softwaretechnische Elemente und ist ohne elektrotechnisches Verständnis nur schwierig umzusetzen. Hier setzt die Zusammenarbeit von reev und reev solutions an: das Gesamtkonzept überzeugt durch die sonst eher seltene Kombination von Elektrofachkräften und Softwarelösungsanbieter.“ 

Zur Person: 

Maximilian Boss ist seit Januar 2021 Geschäftsführer von reev solutions. Boss lebt in München und hat einen Master of Science im Strategischen Management in Wien abgeschlossen.  

reev solutions ist ein auf eMobility spezialisierter Elektrofachbetrieb, der seine unterschiedlichen Kunden, wie Unternehmen, Wohngesellschaften, Bauunternehmen oder auch Planungsbüros, herstellerunabhängig beim Aufbau von Ladeinfrastruktur berät. Das Installationsteam übernimmt Planung, Installation oder auch Wartung von Ladestationen inklusive der Einbindung weiterer Energiequellen wie Photovoltaik und Energiespeicher.    

 

 

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